Wie bezahlen wir morgen?

Wie bezahlen wir morgen?

Unter dieser Überschrift lud die FDP Fraktion im Verbandsgemeinderat Alzey-Land zu einem politischen Frühstück nach Ober-Flörsheim in die Blücherhalle ein. Rede und Antwort standen Thomas Unger (Fraktionsvorsitzender, Bankkaufmann), Ronald Flick (Ratsmitglied, Fachinformatiker) und Daniela Schmitt (Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium).

von links: Carsten Dieterich, Ronald Flick, Daniela Schmitt, Thomas Unger, Sandra Adams

Die Anwesenden nutzen die Möglichkeit über die Chancen und Herausforderungen der Bankgeschäfte von morgen zu sprechen. Gerade im ländlichen Raum stellen die sinkende Anzahl an Bankfilialen und Bankautomaten eine echte Herausforderung dar. Online-Banking erspart mir den Weg zur Filiale, aber wie sicher ist das Ganze? Neben dem Online-Banking gibt es schon jetzt viel verschiedene Möglichkeiten moderner Bezahlformen (Paypal, Bezahlung via Handy, Kreditkartenzahlung etc.), auf die sowohl Frau Schmitt als auch Herr Unger näher eingingen.

„Die Deutschen sind ein Volk, das sein Bargeld liebt“, so Thomas Unger. „In keinem europäischen Land ist soviel Bargeld im Umlauf, wie in Deutschland. Bei unseren Nachbarn ist die bargeldlose Zahlung viel selbstverständlicher. So kann man in Schweden sogar eine bargeldlose Spende im Klingelbeutel leisten.“ Thomas Unger beleuchtet auch die Perspektive des Einzelhandels und der Banken. „So hat der Einzelhandel durch die Bargeldzahlung auch hohe Abwicklungskosten, ebenso wie die Banken, die bei der Bundesbank für die Bereitstellung des Bargeldes hohe Abwicklungssummen zahlen müssen.“

„Die Ein-Mann-Filialen vor Ort in den Gemeinden, wie es sie früher gab, sind heute undenkbar“, so Daniela Schmitt. „Die Sicherheitsvorgaben und Verbraucherschutzanforderungen an Beratungen erlauben es nicht mehr, dass eine Person alle Dienstleistungen anbietet.“ Die Angebote an der Kasse im Einzelhandel oder an der Tankstelle helfen bereits an Bargeld zu kommen, aber wie kommt denn die Überweisung zur Bank, wenn kein Online-Banking gemacht wird?

Schnell entwickelte sich die Diskussion in Richtung Infrastruktur und Mobilität im ländlichen Raum. Um flächendeckend Online-Banking und andere digitale Lösungen anbieten zu können, ist natürlich der Ausbau der digitalen Infrastruktur und das Schließen von Mobilfunklöchern nötig. Das in der VG Alzey-Land eingeführte Angebot des Bügerbusses ermöglicht älteren und körperlich eingeschränkten Menschen das Erreichen einer Bankfiliale in der Verbandsgemeinde.

An die Staatssekretärin Schmitt richten sich dann auch weitere Fragen und Anregungen zum Radwegeausbau bzw. der Wunsch nach einem Radschnellweg, was den Bürger/innen die Möglichkeit bieten würde mit dem E-Bike Besorgungen zu erledigen oder zur Arbeit zu fahren. Hier verweist Frau Schmitt unter anderem auf die aktuell laufende Umfrage des Wirtschaftsministeriums,bei der die Bürgerinnen und Bürger nach ihren Mobilitätsbedürfnissen befragt werden. Auch der Wunsch nach einem deutschlandweiten Tarifsystem des öffentlichen Nahverkehrs wird angesprochen, um die Hürde der komplexen Tarifstruktur zu beseitigen. Angesprochen wir die Idee des Aufbaus einer Internetplattform, auf der man eine komplette Preisauskunft über die verschiedenen Tarifgebiete erhält, um sich das „Durchklicken“ durch die verschiedenen Verbundtarife zu ersparen. Hier könnte Rheinland-Pfalz mit einem funktionierenden System eine Vorbildfunktion übernehmen.

Doch all diese Angebote können nur genutzt werden, wenn man die Menschen in die Digitalisierung mitnimmt. Workshops und Informationsveranstaltungen müssen den Menschen die Möglichkeit geben, die Effekte der Digitalisierung positiv erlebbar zu machen.
Hier sind alle Beteiligten gefordert, die Zukunft aktiv mitzugestalten.

Hier passt der Wahlslogan der FDP Alzey-Land: „Wer seine Region liebt, macht sie besser!“

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