Erbes fordert Verbesserung auf der Zugstrecke Mainz-Alzey-Kirchheimbolanden

FDP Fraktionsvorsitzender im Kreistag Alzey-Worms, Heribert Erbes, zu den Verspätungen bei den „Vlexx“-Zügen auf der Strecke MZ- AZ- KIBO

Als derjenige, der als Kreisbeigeordneter unter anderem für den Bereich ÖPNV und SPNV im Landkreis Alzey-Worms in den Jahren 2004-2014 zuständig war, möchte ich zu den Problemen (Verspätungen und Zugausfällen) mit dem Zugbetreiber „Vlexx“ auf der Strecke Kirchheimbolanden- Alzey- Mainz folgendes ausführen:

Die Fa. Vlexx betreibt seit 2014 vorgenannte Strecke. Sie war günstigster Anbieter bei der Neuausschreibung der Strecke und hat dabei fast nur neue Züge eingesetzt. Wie ich in Erfahrung bringen konnte, sind diese jedoch aufgrund von mehr Software und erhöhter Sicherheitstechnik anfälliger gegenüber Betriebsstörungen, als frühere robustere Züge, was die Ausfallzeiten erhöht. Zudem wird immer wieder über hohe Krankenstände bei Vlexx berichtet.

Die Betriebsstörungen der letzten Wochen sind ein großes Ärgernis für alle Betroffenen und können so nicht weiter hingenommen werden, zumal es keine Ereignisse wegen höherer Gewalt im betreffenden Zeitraum gab. An die vom Kreistag Alzey-Worms im Dezember 2018 verabschiedete Fortschreibung des ÖPNV- Planes des Landkreises, mit neuen, verbesserten Rahmenbedingungen bei Bussen und Bahnen sind hohe Erwartungen geknüpft. Sie konterkariert die aktuelle unbefriedigende Situation.

Eine solche Vielzahl von Betriebsstörungen mit damit verbundenen Verspätungen für Zugreisende hat es in Zeiten meiner Zuständigkeit nicht gegeben. Dabei hat sich die Streckenbeschaffenheit gegenüber früher, vor allem durch die Einrichtung eines Kreuzungsbahnhofs in Wörrstadt, eher verbessert als verschlechtert. Auch wird jährlich an einer effektiveren Vertaktung gearbeitet und es werden neue digitale Möglichkeiten genutzt (permanente Erweiterung von Echtzeitinformationen etc.).

Offensichtlich bereiten die unterschiedlichen Zuständigkeiten, zwischen dem Zugbetreiber einerseits und dem Infrastrukturverantwortlichen DB-Regio bei Bahnhöfen und Gleisen andererseits, erhebliche Probleme. Hier steht der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd als Vertragspartner in der besonderen Pflicht, diese Pannenzustände mit klaren Vorgaben und Anweisungen zu beenden und ggf. auch über schärfere Regressforderungen zu verbessern.

Natürlich würde auch eine (dringend benötigte) höhere Kapazität des Mainzer Hauptbahnhofes und letztlich ein zweigleisiger Ausbau der Strecke Alzey-Mainz die Gesamtsituation erheblich entschärfen. Will man einen entscheidenden Schritt beim Schienenpersonennahverkehr in unserer Region vornan kommen, führt an diesen beiden Maßnahmen mittelfristig kein Weg vorbei.

Dass bei der ganzen Misere auch die Öffentlichkeitsarbeit der betroffenen Protagonisten verbessert werden muss, liegt auf der Hand. Wer sich nichts vorzuwerfen hat, kann auch offen und zuvorkommend mit seinen Kunden (Fahrgästen) umgehen und sorgt dadurch für mehr Verständnis untereinander. Abschottung und Ausreden helfen hier jedoch nicht weiter, sondern verschärfen die Gesamtsituation. Die wirklich Dummen sind die Fahrgäste, die ihren Frust zu Recht loswerden wollen und alle möglichen Nachteile irgendwie kompensieren müssen.

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